Intelligente Robotik in Bayern: von der Forschung in die Anwendung

Robotik verbindet Mechanik, Sensorik und Software. Mit Physical AI entsteht eine neue Generation von Robotern, die Wahrnehmung, Lernen, Planung und physisches Handeln verbinden und dadurch zunehmend komplexe Aufgaben selbstständig bewältigen können. Dazu zählen auch humanoide Roboter. Das eröffnet neue Anwendungen in Fertigung, Logistik und Landwirtschaft, in Kliniken und in der Pflege.

Bayern verbindet dafür wissenschaftliche Exzellenz mit industrieller Praxis. Die Technische Universität München bündelt ihre Robotik-Forschung im Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) und koordiniert das bundesweite Robotics Institute Germany. In Oberpfaffenhofen entwickelt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt Roboter für Raumfahrt, Produktion und Assistenz. Weitere Schwerpunkte liegen in Nürnberg und Erlangen, Würzburg und Schweinfurt, Augsburg, Bayreuth, Regensburg und Cham. Hersteller, Zulieferer und Start-ups bringen die Ergebnisse in die Anwendung.

Im bayerischen KI-Ökosystem ist intelligente Robotik einer der vier Knotenpunkte der Hightech Agenda Bayern. Seit 2026 arbeiten 21 Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft im Kompetenznetzwerk Humanoide Robotik Bayern zusammen. Je enger Roboter und Menschen zusammenarbeiten, desto wichtiger werden Sicherheit, Zuverlässigkeit und nachvollziehbares Verhalten. Bayerns besondere Stärke liegt in international führender Forschung zu lernfähigen Robotern, Wahrnehmung und sicherer Mensch-Roboter-Interaktion. Diese Kompetenzen schaffen die Grundlage, um Physical AI weiterzuentwickeln und Roboter zuverlässig im Alltag einzusetzen.

Loading...

Einsatzfelder von Robotik

ICON_Stethoskop_AI_Health

Medizin und Pflege

Roboter unterstützen bei Operationen, in der Rehabilitation und in der Pflege. In Garmisch-Partenkirchen entwickelt die TUM den Assistenzroboter GARMI für ein selbstständiges Leben im Alter. In Erlangen arbeiten Fraunhofer IIS, Uniklinikum und FAU daran, das Bewegungswissen von Pflegekräften auf einen humanoiden Roboter zu übertragen. Systeme für OP, Intensivstation und Pflege kommen unter anderem von Brainlab, Devanthro, navel robotics und Reactive Robotics.

Icon LKW, Drohne und Standortpin

Logistik und autonome Systeme

Mobile Roboter transportieren Material, kommissionieren Ware und arbeiten auf Feldern, Baustellen und Grünflächen. In bayerischen Werken wie bei BMW in Regensburg oder MAN in Nürnberg fahren autonome Transportroboter. Technik für die automatisierte Logistik entwickeln unter anderem Filics, Grenzebach, idealworks, Magazino, SAFELOG und WITRON. Angsa Robotics, Kewazo und Paltech zeigen Anwendungen in Kommunen, auf dem Bau und in der Landwirtschaft.

Icon Industrie und Produktion

Industrie und Produktion

Roboter übernehmen präzise oder körperlich belastende Arbeit und lernen mit KI neue Aufgaben schneller. In der KI.FABRIK in München trainiert die TUM Zweiarmroboter für Fügeaufgaben. Siemens hat in Erlangen einen humanoiden Roboter in der eigenen Fertigung getestet. Roboter und Robotiklösungen kommen unter anderem von Agile Robots, KUKA, RobCo und sewts, Komponenten von HEIDENHAIN, Schaeffler und TQ-Systems.

Porträt Prof. Cristina Piazza

Robotik

Intelligenter greifen: Cristina Piazza über die Hand der Zukunft

Für ihre wegweisenden Arbeiten zu bioinspirierten Roboterhänden, intelligenten Prothesen und robotischem Greifen wurde Prof. Cristina Piazza mit dem renommierten IEEE RAS Early Academic Career Award ausgezeichnet.
Die Gründer von RobCo Paul Maroldt, Roman Hölzl und Constantin Dresel (von links nach rechts).

Robotik

RobCo wird Unicorn: Münchner Robotik-Start-up knackt Milliardenbewertung

Vom TUM-Spin-off zum Unicorn: RobCo hat erstmals eine Bewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar erreicht.
Rakete hebt auf Hand ab umkreist von blauem Netzwerk

Robotik

TUM-Start-up wird zum Unicorn

Das aus dem Gründungsökosystem der Technischen Universität München hervorgegangene Start-up HappyRobot hat eine Bewertung von 1,2 Milliarden US-Dollar erreicht.
NavVis Founders

Robotik

NavVis erhält 85 Millionen US Dollar für Ausbau von Physical AI

Das Münchner Unternehmen NavVis erhält 85 Millionen US Dollar in einer Series D Finanzierungsrunde und will damit den Ausbau seiner Physical AI Technologie vorantreiben.
Jost Lammers, Albert Füracker, Prof. Achim Lilienthal, David Reger, Markus Blume, Hubert Aiwanger, Prof. Thomas Hofmann und Prof. Lorenzo Masia (v.l.n.r.) bei der Eröffnung des TUM RoboGym im LabCampus des Flughafen München.

TUM RoboGym

TUM eröffnet RoboGym für Physical AI am Flughafen München

Die TUM hat ihr Convergence Center am LabCampus eröffnet. Herzstück ist das gemeinsam mit NEURA Robotics entwickelte RoboGym, in dem humanoide und andere intelligente Roboter unter praxisnahen Bedingungen trainiert werden sollen.

Loading...

Abstrakter Hintergrund mit dunklen Blau- und Grüntönen, der einer Aurora ähnelt

Studieren in Bayern

Eigene Robotik-Studiengänge gibt es unter anderem in München, Nürnberg, Schweinfurt, Kempten, Coburg und Cham. Dazu kommen Bachelor- und Masterstudiengänge mit Robotik-Schwerpunkt an weiteren Universitäten und Hochschulen.

  • Robotik studieren in Bayern

    Hochschulen & Universitäten

    Mehr erfahren
  • Three European Union flags on poles in front of a modern glass building with a curved facade under a blue sky.

    Förderung & Finanzierung

    EU fördert KI und Robotik für die industrielle Wiederaufarbeitung

    EU-Förderung für KI in der Kreislaufwirtschaft: Die Europäische Kommission unterstützt Forschungsprojekte zur automatisierten Demontage und Wiederaufarbeitung industrieller Produkte.
    Industry

    Förderung & Finanzierung

    Horizon Europe 2027: Millionenförderung für KI in der Industrie

    EU-Förderung für KI in der industriellen Fertigung: Horizon Europe unterstützt neue Ansätze für gemeinsames Lernen, natürliche Mensch-Maschine-Interaktion und adaptive Automatisierung. Pro Projekt sind vier bis sechs Millionen Euro vorgesehen.
    Bundeskanzler Merz und NVIDIA CEO Huang auf der Bühne

    Förderung & Finanzierung

    NVIDIA plant Investitionen in zwei Münchner KI-Start-ups

    NVIDIA setzt auf zwei Münchner KI-Start-ups: Beim Invest in Germany Summit 2026 kündigte der Konzern geplante Investitionen in Agile Robots und Avelios Medical an. Die Unternehmen entwickeln KI-gestützte Robotersysteme und Software für Krankenhäuser.
    A glowing blue digital gear surrounded by interconnected lines and nodes, symbolizing technology and connectivity.

    Förderung & Finanzierung

    Förderung für deutsch-koreanische KI- und Robotikprojekte

    Ein Schwerpunkt der neuen Fördermaßnahme liegt auf KI-basierter Assistenzrobotik für Gesundheit und Medizin. Projektskizzen können bis zum 4. November 2026 eingereicht werden.

    Loading...

    Loading...

    Häufige Fragen zu Robotik in Bayern


    Was ist KI-gestützte Robotik?

    Klassische Roboter wiederholen fest programmierte Abläufe. KI-gestützte Roboter erkennen ihre Umgebung, lernen aus Beispielen und passen sich an neue Aufgaben an. Fachleute nennen das Physical AI oder verkörperte KI.


    Wo wird in Bayern zu Robotik geforscht?

    In allen sieben Regierungsbezirken. Zu den Standorten zählen München mit dem dem MIRMI der TUM und fortiss, Oberpfaffenhofen mit dem DLR, Garmisch-Partenkirchen sowie Nürnberg, Erlangen, Würzburg, Schweinfurt, Augsburg, Bayreuth, Regensburg, Cham, Ingolstadt, Kempten und Landshut.


    Wo kann ich in Bayern Robotik studieren?

    Eigene Robotik-Studiengänge bieten unter anderem die THWS in Schweinfurt (Bachelor und Master Robotik), die Hochschule Kempten (Bachelor Robotik, Master Automatisierungstechnik und Robotik), die Hochschule Coburg (Bachelor Automatisierungstechnik und Robotik), die TH Deggendorf in Cham (Master Robotics), die TH Ingolstadt (Bachelor Robotik und autonome Systeme / Master Sichere KI, Robotik, autonome Mobilität), die Technische Universität Nürnberg (Master Artificial Intelligence & Robotics) und die TUM (Master Robotics, Cognition, Intelligence).


    Wie steigen Unternehmen in Robotik und KI ein?

    Förderprogramme stehen in der Übersicht KI-Förderungen. Für den fachlichen Austausch gibt es Netzwerke wie den Cluster Mechatronik & Automation und das Kompetenznetzwerk Humanoide Robotik Bayern – ein Netzwerk von 21 Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft, organisiert von Bayern Innovativ. Seit 2026 arbeiten sie in drei Arbeitsgruppen zu Infrastruktur, Anwendungsfällen und Regulierung.

    Ansprechpartner für Robotik in Bayern

    BAIOSPHERE macht die Stärken des bayerischen KI- und Robotik-Ökosystems über Einrichtungen und Regionen hinweg sichtbar. Der Bayerische KI-Rat und die Bayerische KI-Agentur fördern den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Start-ups und Politik und schaffen zusätzliche Verbindungen über bestehende Netzwerke hinaus – in Bayern, Deutschland und Europa.

    Angela Schoellig

    Prof. Dr. Angela Schoellig

    TUM-Professorin & Director Industrie und International des MIRMI sowie Mitglied im Bayerischen KI-Rat und Koordinatorin des RIG.

    angela.schoellig@tum.de

    team_lydia

    Lydia Generotzky

    Head of Science Relations BAIOSPHERE AGENCY

    +49 162 206 3172

    generotzky@baiosphere.org

    team_andreas

    Andreas Preisser

    Head of Business Relations BAIOSPHERE AGENCY

    +49 172 1425869

    preisser@baiosphere.org

    Abstrakter Hintergrund mit dunklen Blau- und Grüntönen, der einer Aurora ähnelt

    BAIOSPHERE Newsletter

    Dein monatliches Update aus dem bayerischen KI-Ökosystem. Auf den Punkt informiert über anstehende Events, aktuelle News und Insights aus der BAIOSPHERE.

  • Immer top informiert

    KI- und Robotik-News aus Bayern

    Jetzt anmelden