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KI-Systeme einstufen: Risikoklassen, Rollen, Pflichten
Lernen Sie, wie KI-Systeme korrekt eingeordnet werden können und welche Pflichten damit verbunden sind.
KI-Systeme einstufen: Risikoklassen, Rollen, PflichtenDie Einhaltung gesetzlicher Vorgaben ist Voraussetzung für den sicheren und rechtssicheren Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unternehmen. Mit der europäischen KI-Verordnung (European AI Act) gelten seit 2024/2025 verbindliche Regeln, die in allen EU-Staaten direkt wirken – unabhängig davon, ob du KI-Systeme selbst entwickelst oder marktfertige Lösungen nutzt. Wer die Anforderungen frühzeitig kennt, vermeidet rechtliche Risiken und stärkt gleichzeitig das Vertrauen von Kundinnen, Kunden und Mitarbeitenden in den KI-Einsatz.
Klare rechtliche Leitplanken sind die Voraussetzung für einen sicheren KI-Einsatz im Unternehmen. Wo fängt man an, wenn man KI rechtssicher einsetzen will?
Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf (JMU Würzburg) und Philippe Coution (TÜV SÜD) geben einen kurzen Einblick.
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der KI-Verordnung (AI Act). Nicht nur für Entwickler, sondern für jedes Unternehmen, das KI einsetzt. Wer einen Chatbot auf der Website betreibt, KI-generierte Bilder oder Texte veröffentlicht oder synthetische Stimmen im Kundenservice nutzt, muss das für die Nutzerinnen und Nutzer erkennbar machen. Die Europäische Kommission hat zusammengestellt, was konkret zu kennzeichnen ist:
Der KI-Omnibus tritt in Kraft: Seit dem 27. Juli 2026 gilt die Änderungsverordnung zum AI Act: Die Pflichten für Hochrisiko-Systeme greifen erst ab Dezember 2027 bzw. August 2028, für KMU gelten vereinfachte Dokumentations- und Nachweispflichten.
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Grant Thornton Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Rechtsanwalt, Partner und Head of IT/IP, Data Protection, Digital Innovation
„Die Regulation Künstlicher Intelligenz ist entscheidend für Innovation und Minimierung von Risiken. “KI by (legal) design” reduziert Entwicklungskosten, erhöht die Marktfähigkeit von KI-Produkten und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.“
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TÜV SÜD
Head of Digital Interaction & Lead AI Quality
„Ein umfassendes Verständnis von KI-Qualität ist unerlässlich, um die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften und Standards zu gewährleisten und um eigene KI-Aktivitäten skalieren zu können.“
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JMU Würzburg
Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtstheorie, Informationsrecht und Rechtsinformatik und Mitglied im Bayerischen KI-Rat
„KI soll zu einer Technik werden, die nicht schadet, die hilft, die Nutzen stiftet, die man akzeptieren und der man vertrauen kann. Gesetze können ganz erheblich dazu beitragen, dass dieses Vertrauen ein sicheres Fundament hat und dadurch langfristig bewahrt wird.“
Die Regelung umfasst jedes Unternehmen oder jede Organisation, die KI-Tools verwendet. Betreiber von KI-Systemen sind laut der KI-VO "natürliche oder juristische Personen, Behörden, Einrichtungen oder sonstige Stellen, die ein KI-System in eigener Verantwortung verwenden". Damit sind alle beruflichen Anwendungen erfasst. Lediglich private, nicht-berufliche Nutzungen sind ausgenommen.
Für alle Betreiber gilt damit seit dem 2. Februar 2025 mindestens Artikel 4: ausreichende KI-Kompetenz der Mitarbeitenden. Wie viel darüber hinaus auf dich zukommt, hängt davon ab, wofür du KI einsetzt. Genauer hinsehen solltest du, wenn du ...
KI in der Personalauswahl, bei Bonitätsprüfungen oder in kritischer Infrastruktur nutzt – solche Anwendungen gelten nach Anhang III als Hochrisiko, auch bei zugekauften Tools,
in einer regulierten Branche wie Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen oder Transportwesen tätig bist,
mit personenbezogenen Daten oder urheberrechtlich geschützten Inhalten arbeitest,
eigene KI-Systeme entwickelst oder trainierst – dann giltst du zusätzlich als Anbieter, mit deutlich weiterreichenden Pflichten.
Je früher du die rechtlichen Rahmenbedingungen kennst, desto sicherer und schneller kannst du KI-Vorhaben umsetzen, ohne später nachbessern zu müssen.
Trainings, Workshops und Praxishilfen zur Umsetzung des AI Acts. Der Bayerische KI-Innovationsbeschleuniger ist ein für zunächst zwei Jahre vom Bayerischen Staatsministerium für Digitales gefördertes Projekt. Im Rahmen des Projekts werden KMUs, Startups und der öffentlichen Sektor in Bayern bei der Einhaltung der europäischen KI-Verordnung unterstützt.
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Dieser Kurs erklärt alle Phasen der AI Act-Konformität – von der Prüfung des Anwendungsbereich bis zur kontinuierlichen Compliance.
AI Act umsetzen: Ihr Weg Richtung KonformitätEvent
Die Transparenzregeln nach Artikel 50 gelten ab August 2026: Erfahren Sie, was der AI Act und der neue Code of Practice verlangen.
Artikel 50 in der PraxisEvent
Erkennen Sie, wo AI Act und DSGVO sich in der Praxis kreuzen, und was das für Ihren Umgang mit KI-Systemen im Arbeitsalltag bedeutet.
AI Act und DSGVO im Arbeitsalltag:quality(85))
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Für viele Unternehmen hat sich folgendes Vorgehen bewährt:
Schritt 1 – Betroffenheit prüfen: Kläre, ob dein Unternehmen als Betreiber eines KI-Systems im Sinne der KI-Verordnung gilt. Das betrifft jede berufliche Nutzung von KI-Tools, unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche – nur rein private Nutzung ist ausgenommen.
Schritt 2 – Risikoeinstufung vornehmen: Ordne deine KI-Anwendungen den vier Risikostufen des AI Acts zu, von unbedenklich bis inakzeptabel. So erkennst du, welche Pflichten konkret für dich gelten.
Schritt 3 – KI-Kompetenz sicherstellen: Plane Schulungsmaßnahmen für deine Mitarbeitenden gemäß Artikel 4 der KI-Verordnung – als Online-Kurs, Präsenzschulung oder Selbststudium, passend zum Kenntnisstand und Anwendungsbereich deines Teams. Das erfüllt nicht nur die gesetzliche Vorgabe: Geschulte Mitarbeitende erkennen fehlerhafte KI-Ergebnisse, nutzen die Systeme wirksamer und beurteilen sicherer, wo ein Einsatz sinnvoll ist.
Schritt 4 – Rechtliche Beratung einholen: Prüfe insbesondere bei eigenentwickelten KI-Systemen sowie bei Fragen zu Datenschutz, Urheberrecht und branchenspezifischen Vorgaben, ob du rechtliche Unterstützung brauchst.
Schritt 5 – Rechtslage regelmäßig überprüfen: Die Regulierung entwickelt sich dynamisch weiter. Verfolge aktuelle Entwicklungen und passe deine Prozesse laufend an, um dauerhaft compliant zu bleiben.
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