Was ist ein KI-Ökosystem?
KI-Ökosysteme sind im Kern Netzwerke aus Organisationen, die Wissen, Technologien und Erfahrungen rund um Künstliche Intelligenz bündeln. Dazu können Unternehmen, Hochschulen, Start-ups, Forschungseinrichtungen und Transferstellen, aber auch viele weitere Organisationen gehören. Und genau darin liegt der Vorteil: Wer sich mit den richtigen Akteurinnen und Akteuren austauscht, bekommt Zugang zu Wissen und Technologien, die im eigenen Betrieb fehlen. Ein starkes Ökosystem treibt Innovationen voran, weil Wissen, Ressourcen und Technologien nicht isoliert bleiben, sondern weitergegeben werden.
Kennen reicht aber nicht: Einen spürbaren Nutzen kannst du nur schaffen, wenn du das Ökosystem aktiv nutzt. Gehe bei einer konkreten Herausforderung oder einer offenen technischen Frage gezielt auf Personen mit passendem Know-how zu. Aktuell tauchen fast im Wochentakt neue Modelle und Tools auf, die neue Kompetenzen erfordern. Selbst erfahrene Fachleute tun sich damit schwer – egal ob sie KI anwenden oder entwickeln. Mit den neuesten Trends Schritt zu halten, gelingt kaum im Alleingang. Umso wichtiger ist es, gezielt Kooperationen und Partnerschaften zu suchen, sich auszutauschen und vorhandene Synergien zu nutzen.
Im Gespräch mit Prof. Dagmar M. Schuller und Franz Xaver Peteranderl
Ein starkes Ökosystem aus Netzwerken und Partnern erleichtert Unternehmen den KI-Einstieg. Gerade kleinere Betriebe profitieren von Kooperationen, Events und Transferstrukturen, um KI-Potenziale zu nutzen und Wissen zu teilen.
Prof. Dagmar M. Schuller (IHK für München und Oberbayern) und Franz Xaver Peteranderl (Bayerischer Handwerkstag) geben einen kurzen Einblick.
Unsere Themenpatinnen und -paten
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Franz Xaver Peteranderl
Bayerischer Handwerkstag e.V.
Präsident
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Prof. Dagmar M. Schuller
IHK für München und Oberbayern
Vizepräsidentin
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Bestens vernetzt
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Warum ist die Nutzung eines KI-Ökosystems wichtig?
Kein Unternehmen muss den Einsatz von KI vollständig allein abdecken. Große Unternehmen bauen oft eigene KI-Teams und feste Kooperationsstrukturen auf, kleinere Unternehmen und Start-ups fahren meist besser damit, gezielt auf einzelne externe Kompetenzen zuzugreifen, statt sie selbst aufzubauen. Manchmal reicht der Erfahrungsaustausch mit einem anderen Betrieb, für eine technische Machbarkeitsprüfung passt eher eine Hochschule oder Forschungseinrichtung, und gibt es bereits eine geeignete Lösung am Markt, ist ein spezialisierter Anbieter oft die bessere Wahl.
Die Nutzung des KI-Ökosystems bleibt ein fortlaufender Prozess, eng verknüpft mit konkreten Anwendungsfällen und regelmäßig zu überprüfen. Externe Unterstützung verursacht auch Aufwand und Kosten und kann Abhängigkeiten schaffen. Es geht deshalb nicht darum, möglichst viele Kontakte aufzubauen, sondern das Ökosystem dort zu nutzen, wo es gegenüber einer rein internen Lösung einen echten Vorteil bietet.
Besonders sinnvoll ist die Nutzung eines KI-Ökosystems, wenn ein Unternehmen:
technisches Spezialwissen für ein konkretes KI-Vorhaben benötigt, das intern nicht vorhanden ist,
zunächst klären möchte, ob eine KI-Idee überhaupt technisch machbar ist,
eine bereits am Markt verfügbare KI-Lösung sucht, statt selbst zu entwickeln,
von den Erfahrungen anderer Betriebe mit einer vergleichbaren Aufgabe profitieren will,
noch nicht weiß, welcher Ansprechpartner oder Ansprechpartnerin für ein KI-Vorhaben geeignet ist, oder
Fachkräftemangel im eigenen Betrieb durch externe Kompetenz punktuell ausgleichen möchte.
Je früher du klärst, welche Art von Unterstützung du tatsächlich brauchst, desto zielgerichteter lässt sich das KI-Ökosystem für dein Unternehmen nutzen.
edih dina – bayernweites Unterstützungsangebot für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz
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Digital Innovation & Artificial Intelligence – edih dina unterstützt Unternehmen dabei, ihren digitalen Reifegrad zu erfassen, digitale Technologien besser zu verstehen, zu testen und in konkrete Anwendungen zu überführen.
Die digitale Transformation stellt KMU, Start-ups und den öffentlichen Sektor vor große Herausforderungen und eröffnet zugleich große Chancen. Seit September 2026 unterstützt unser EU-Projekt edih dina Wirtschaft und Verwaltung bei der anwendungsnahen digitalen Transformation. Gemeinsam mit 10 Partnerorganisationen bieten wir nahezu 100 verschiedene kostenfreie Dienst- und Beratungsleistungen für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
Wir ermöglichen es, Innovationen bereits vor einer Investition praxisnah zu testen, eröffnen Zugang zu Innovationsökosystemen und begleiten Unternehmen sowohl beim Zugang zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten als auch beim langfristigen Aufbau von Digitalisierungskompetenzen.
Unser Ziel ist es, Digitalisierung und Innovation zu fördern, Prozesse effizienter zu gestalten, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und ein starkes Netzwerk zu etablieren. Gemeinsam mit unseren Partnern meistern wir den Einstieg in zentrale Schlüsseltechnologien der Digitalisierung und stärken nachhaltig ihre Wettbewerbsfähigkeit. Aus Bayern – für Bayern. Dies ist ein Best-Practice für ein funktionsfähiges Ökosystem, in dem Organisationen ihre originären Stärken bündeln, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.
In 5 Schritten das KI-Ökosystem für dein Unternehmen nutzen:
Schritt 1 – Klären, was dein Unternehmen nicht selbst abdecken kann
Beginne mit einer konkreten Lücke, nicht mit der Suche nach Kontakten. Fehlt technisches Spezialwissen? Wird eine fertige Lösung gesucht, oder willst du erfahren, wie andere Betriebe eine vergleichbare Aufgabe lösen? Notiere zusätzlich, wie viel Zeit die fehlende Kompetenz aktuell kostet oder wie oft sie zu Fehlern führt, um die Dringlichkeit einzuschätzen. Prüfe dabei auch, was bereits intern vorhanden ist – externe Hilfe bringt wenig, wenn Anforderungen oder Abläufe im eigenen Betrieb noch nicht geklärt sind.Schritt 2 – Bestimmen, welche Art von Unterstützung du brauchst
Formuliere ein konkretes, messbares Ziel statt einer allgemeinen Absicht – etwa: „In vier Wochen wissen wir, ob sich unsere Fehlerbilder mit vorhandenen Produktbildern automatisiert erkennen lassen.“ Je nach Bedarf kommen unterschiedliche Ansprechpartner infrage: andere Betriebe oder Branchenformate für den Erfahrungsaustausch, ein spezialisierter Anbieter oder ein Start-up für eine marktverfügbare Anwendung, Forschungsinstitute bei einer offenen technischen Frage oder Machbarkeitsprüfung. Ist noch unklar, wer helfen kann, grenzen Transferstellen, Kammern oder andere öffentliche Anlaufstellen die Suche ein.Schritt 3 – Anhand der konkreten Aufgabe suchen
Wähle eine eng abgegrenzte, konkret formulierte Aufgabe als Einstiegspunkt. „Wir möchten prüfen, ob sich Qualitätsfehler auf unseren Produktbildern automatisiert erkennen lassen“ grenzt benötigte Erfahrung und Technologie bereits deutlich ein. Suche gezielt nach Branche, Anwendungsfeld, Technologie und Erfahrung mit vergleichbarer Aufgabe; Forschungs- und Transferlandkarten, regionale Anlaufstellen oder passende Veranstaltungen helfen dabei, geeignete Kontakte zu identifizieren. Vermeide breit gestreute Anfragen ohne klaren Anwendungsfall, sie kosten viel Zeit und liefern selten passende Treffer.Schritt 4 – Verantwortlichkeiten festlegen und prüfen, ob die Zusammenarbeit passt
Benenne eine feste Ansprechperson, die die Kooperation begleitet, den Zeitrahmen plant, Feedback einholt und den Fortschritt an die Geschäftsführung meldet. Sie prüft auch, ob die Zusammenarbeit inhaltlich passt: Allgemeine KI-Erfahrung allein reicht nicht – frage nach vergleichbaren Projekten und ob dein Gegenüber den konkreten Prozess deines Unternehmens versteht. Kläre vor dem Start, wer welche Aufgaben übernimmt, welches Ergebnis erwartet wird, welches interne Fachwissen benötigt wird und welche Abhängigkeiten entstehen, etwa wenn nur der externe Anbieter die Lösung anpassen oder erklären kann.Schritt 5 – Mit einem überschaubaren Vorhaben starten und nach 4 bis 8 Wochen auswerten
Eine neue Zusammenarbeit muss nicht sofort langfristig angelegt sein: Ein Workshop, eine Machbarkeitsprüfung oder ein klar begrenztes Pilotvorhaben reicht oft, um zu prüfen, ob sie funktioniert. Vereinbare direkt zu Beginn einen festen Termin nach 4 bis 8 Wochen für die Bilanz: Wurde das Ziel aus Schritt 2 erreicht, hat die Abstimmung funktioniert, wurden Zusagen eingehalten, und hat dein Unternehmen ein verwertbares Ergebnis oder relevantes Wissen gewonnen? Halte die Erkenntnisse schriftlich fest und entscheide, ob die Zusammenarbeit beendet, erweitert oder dauerhaft fortgeführt wird.
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