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Gegründet wurde RobCo 2020 von Paul Maroldt, Constantin Dresel und Roman Hölzl. Die technologische Basis entstand aus Forschungsarbeiten am Lehrstuhl für Robotik, Künstliche Intelligenz und Echtzeitsysteme der Technischen Universität München unter Prof. Alois Knoll.
Das Unternehmen hat seine Bewertung nach eigenen Angaben innerhalb von neun Monaten verdoppelt und nun erstmals die Marke von einer Milliarde US-Dollar überschritten. Grundlage ist eine aktuelle Transaktion, an der sich bestehende Investoren wie Sequoia, Lightspeed, Greenfield, Kindred, Lingotto und Promus Ventures sowie neue Investoren wie Cherry Ventures und European Tech Collective beteiligen.
Plug-and-Play-Robotik für den Mittelstand
RobCo richtet sich insbesondere an mittelständische Industrieunternehmen, für die klassische Automatisierungslösungen häufig zu teuer, komplex oder unflexibel sind.
Das Grundprinzip ist ein modulares Robotersystem, das sich vergleichsweise einfach konfigurieren und für unterschiedliche Aufgaben anpassen lässt. Auch bei der Software setzt RobCo auf einfache Bedienbarkeit, sodass für die Einrichtung keine tiefgehenden Programmierkenntnisse erforderlich sein sollen.
Die Roboter werden unter anderem im Rahmen eines Robotics-as-a-Service-Modells angeboten. Damit sollen auch Unternehmen automatisieren können, die keine hohen Anfangsinvestitionen in eigene Robotiksysteme tätigen wollen.
Physical AI für die Fabrik
Parallel entwickelt RobCo seine Systeme zunehmend in Richtung autonomer Industrierobotik weiter. Bereits Anfang 2026 hatte das Unternehmen 100 Millionen US-Dollar eingeworben, um seine KI-gestützten Automatisierungslösungen auszubauen. Dabei verbindet RobCo Sensorik, Kameradaten und lernfähige Systeme direkt in Produktionsumgebungen.
Ein nächster Entwicklungsschritt ist der neue Roboter „Alfie“, der Wahrnehmung, Schlussfolgern und Ausführung verbinden soll. Das System ist für industrielle Aufgaben konzipiert, die sich aufgrund hoher Variantenvielfalt und unstrukturierter Abläufe bislang nur schwer klassisch automatisieren lassen. Die kommerzielle Einführung ist für März 2027 angekündigt.
Intensive Gründungsförderung im Münchner Ökosystem
RobCo wurde bereits früh im Umfeld der TUM gefördert. Zu den Stationen gehören der EXIST-Forschungstransfer, ein zweiter Platz beim TUM IDEAward 2019 sowie Programme wie der XPRENEURS Incubator und das Center for Digital Technology and Management (CDTM).
Der Aufstieg zum Unicorn zeigt damit exemplarisch, wie eng in München Robotikforschung, Entrepreneurship und industrielle Anwendung miteinander verbunden sind. Für RobCo steht nun vor allem die weitere internationale Skalierung im Fokus. Die USA sind nach Unternehmensangaben bereits der am schnellsten wachsende Markt.