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Europäische Krankenhäuser, Biobanken und Forschungseinrichtungen verfügen über umfangreiche Gesundheitsdaten – von medizinischen Bilddaten über Langzeit-Kohorten bis zu Multi-Omics-Daten und klinischen Registern. Nach Einschätzung von SPRIND wird dieses Potenzial für KI-basierte medizinische Innovationen bislang jedoch nur teilweise genutzt.
Mit „Recoding Medicine“ sollen deshalb hochwertige Gesundheitsdatensätze erschlossen und kuratiert sowie mit konkreten KI-Anwendungen verbunden werden. Jedes teilnehmende Team muss mindestens einen einzigartigen Datensatz mit hoher klinischer oder gesellschaftlicher Relevanz aufbereiten und dessen Nutzen anhand einer KI-Anwendung demonstrieren.
Mögliche Anwendungen reichen von der Identifikation neuer Biomarker über Diagnostik und klinische Entscheidungsunterstützung bis zur KI-gestützten Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten bereits bekannter Wirkstoffe.
Zugang zu geeignetem Datensatz ist Voraussetzung
Für eine Bewerbung reicht eine KI-Idee allein nicht aus: Teams müssen bereits nachweislichen Zugang zu mindestens einem geeigneten Gesundheitsdatensatz besitzen. Datenschutz und Datensouveränität gehören zu den verbindlichen Leitplanken der Challenge.
Zudem erwartet SPRIND von jedem Projekt einen substanziellen und dokumentierten öffentlichen Beitrag. Wie dieser ausgestaltet wird und auf welcher Ebene Daten, Tools oder andere Ergebnisse zugänglich gemacht werden, kann je nach Projekt variieren.
Für Teams, denen entweder KI-Kompetenz oder der Zugang zu geeigneten Gesundheitsdaten fehlt, steht ergänzend eine Matchmaking-Plattform des Foresight Institute zur Verfügung. Sie soll Dateninhaber und KI-Expertinnen und -Experten zusammenbringen.
Bis zu 1,485 Millionen Euro pro Team
Die Challenge läuft über insgesamt 24 Monate und drei Stufen. Nach einem Pitch Day Anfang November 2026 können maximal 13 Teams in die zwölfmonatige erste Stufe starten. Dort stellt SPRIND bis zu 480.000 Euro pro Team bereit.
Bis zu sieben Teams wechseln anschließend in die zweite Stufe und können für weitere sechs Monate bis zu 455.000 Euro erhalten. In der dritten und letzten Stufe werden bis zu vier Teams für weitere sechs Monate mit jeweils bis zu 550.000 Euro unterstützt. Damit sind über alle drei Phasen zusammengerechnet bis zu 1,485 Millionen Euro pro Team möglich, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer, sofern diese anfällt.
Die Finanzierung erfolgt als vorkommerzielle Auftragsvergabe (Pre-Commercial Procurement, PCP). Finanziert wird die Challenge durch das Bundesministerium für Gesundheit. Zusätzlich bietet SPRIND technisches, regulatorisches und kommerzielles Coaching sowie Kontakte zu Kooperationspartnern, Investoren und Industrie.
Bewerbung bis 16. Oktober 2026
Bewerbungsschluss ist der 16. Oktober 2026 um 18:00 Uhr. Voraussetzung ist insbesondere der nachweisliche Zugang zu mindestens einem geeigneten Gesundheitsdatensatz. Ein Webinar zur Challenge findet am 5. Oktober 2026 um 10:00 Uhr statt.
Die Challenge richtet sich grundsätzlich an Teilnehmende aus ganz Europa; über Kooperationen können zudem Partner aus anderen Teilen der Welt eingebunden werden.