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Fabian Theis auf der Bühne der DLD Munich Conference

Fabian Theis gehört zu den international profilierten Forschern im Bereich Computational Biology. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Machine- und Deep-Learning-Verfahren zur Analyse und Modellierung biomedizinischer Daten, insbesondere aus der Einzelzellgenomik.

Mit KI-basierten Methoden und Software-Ökosystemen wie Scanpy, CellRank und moscot können große Mengen von Einzelzelldaten systematisch analysiert werden. Statt lediglich statische Durchschnittswerte unterschiedlicher Zellen zu betrachten, lassen sich damit Zellzustände differenzieren und Entwicklungsprozesse räumlich und zeitlich untersuchen.

Die DGKL zeichnet Theis insbesondere für seine Arbeiten in der KI-gestützten Omics-Medizin, Einzelzell- und Zellatlasforschung sowie bei der Analyse hochdimensionaler genomischer und transkriptomischer Daten aus.

Von Zellatlanten zur virtuellen Zelle

Eine wichtige Rolle spielt Theis zudem im internationalen Human Cell Atlas, der Referenzkarten menschlicher Zellen erstellt. Solche Zellatlanten sollen helfen, Unterschiede zwischen gesundem und krankem Gewebe detaillierter zu verstehen und damit neue Ansatzpunkte für Diagnostik und Therapie zu identifizieren.

Die Forschung reicht dabei zunehmend von der Analyse vorhandener Daten zur Vorhersage biologischer Prozesse. Eine langfristige Vision ist die Entwicklung einer „virtuellen Zelle“: Generative KI-Modelle sollen zelluläre Reaktionen auf Veränderungen wie Medikamente oder Mutationen im Computer modellieren.

Damit könnte KI künftig dabei helfen, biologische Experimente gezielter zu planen, Wirkmechanismen besser zu verstehen und neue Biomarker für die medizinische Diagnostik zu identifizieren. Auch bei BAIOSPHERE-Veranstaltungen hat Theis zuletzt die Verbindung von KI-Modellen und experimenteller Biologie in den Mittelpunkt gestellt.

Auszeichnung für KI-gestützte Omics-Medizin

Der Preis für Biochemische Analytik zählt nach Angaben der DGKL zu den bedeutenden medizinisch-wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland. Er würdigt methodische Fortschritte und wissenschaftliche Erkenntnisse in der biochemischen und molekularen Analytik. Der von Sarstedt geförderte Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. 2026 wurden Fabian Theis und der Proteinbiochemiker John D. Lambris ausgezeichnet.

Die Verleihung fand am 30. September im Congress Center Hamburg im Rahmen der MedLabAwards zum Auftakt des Deutschen Kongresses für Laboratoriumsmedizin statt.

Vorsitzender des Bayerischen KI-Rats

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit gestaltet Theis auch die strategische Entwicklung des bayerischen KI-Ökosystems mit. Als Vorsitzender des Bayerischen KI-Rats berät er gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten die Bayerische Staatsregierung in strategischen Fragen der Künstlichen Intelligenz und setzt Impulse für die BAIOSPHERE.

Wir gratulieren Fabian Theis herzlich zum Preis für Biochemische Analytik 2026 und zu dieser besonderen Anerkennung seiner KI-Forschung für Biomedizin und personalisierte Medizin.