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Mit „Digital Tech-to-Product – Entwicklung souveräner und marktorientierter Innovationen in digitalen Technologien“ will das BMDS die digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken. Im Mittelpunkt stehen Technologien, bei denen Abhängigkeiten von Drittstaaten reduziert und gleichzeitig wirtschaftlich verwertbare Produkte entwickelt werden können.
Der erste Förderaufruf adressiert vier Technologieschwerpunkte. Einer davon ist Künstliche Intelligenz und KI-basierte Lösungen. Unterstützt werden unter anderem technologieagnostische KI-Anwendungen, die beispielsweise offene Foundation Models nutzen oder weiterentwickeln. Auch Lösungen, die die Interoperabilität zwischen unterschiedlichen KI-Systemen verbessern, kommen für eine Förderung infrage.
Weitere mögliche Projekte können KI-Modelle aus mehreren Anwendungsdomänen kombinieren oder spezialisierte und individualisierte Modelle für konkrete Branchen entwickeln. Ebenfalls adressiert sind KI-Anwendungen auf Basis proprietärer Unternehmensdaten sowie Lösungen, die einen wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Mehrwert schaffen und als Open Source und Open Model veröffentlicht werden.
Vertrauenswürdige KI und KI-basierte Cybersicherheit
Auch im Förderschwerpunkt Cybersicherheit spielt Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle. Gefördert werden können datengetriebene und KI-basierte Werkzeuge, die große Daten- und Netzwerkbestände analysieren, um Cyberangriffe zu erkennen und abzuwehren. Genannt werden unter anderem Cyber Threat Intelligence, SIEM-Analysen, Security Operations Center und Intrusion Detection Systems.
Darüber hinaus adressiert der Aufruf den Einsatz von KI bei Schwachstellenerkennung und Penetration Testing. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf vertrauenswürdiger KI und sicherer Softwareentwicklung. Dazu gehören beispielsweise Verfahren gegen Data Poisoning und Prompt Injection sowie Ansätze, die ein konsistentes und regelkonformes Verhalten von KI-Agenten und KI-Modellen unterstützen sollen.
Damit umfasst die Förderung sowohl die Entwicklung neuer KI-Produkte als auch Technologien, die KI-Systeme selbst sicherer und vertrauenswürdiger machen.
Datenräume, Cloud und Edge Computing
Neben KI und Cybersicherheit umfasst „Digital Tech-to-Product“ zwei weitere Bereiche. Im Schwerpunkt Datenökosysteme geht es darum, bestehende Datenräume und offene Lösungen in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu überführen. Gefördert werden können auch Anwendungen, die Informationen aus mehreren Datenräumen und unterschiedlichen Domänen miteinander verbinden.
Der vierte Schwerpunkt adressiert Cloud und Edge Computing. Im Fokus stehen unter anderem interoperable Cloud-Infrastrukturen, Open-Source-Lösungen, europäische Cloud-Stacks, Confidential Computing sowie Ansätze, die den Wechsel zwischen verschiedenen Cloud-Infrastrukturen erleichtern. Auch die Verbindung von Post-Quanten-Kryptografie mit europäischen Cloud-Lösungen ist Bestandteil des Aufrufs.
Gefördert werden Einzel- und Verbundvorhaben mit einer Laufzeit von maximal 24 Monaten. Pro Vorhaben können bis zu fünf Millionen Euro Förderung bereitgestellt werden.
Im Mittelpunkt stehen Projekte der experimentellen Entwicklung, in Einzelfällen ist auch industrielle Forschung möglich. Angesprochen sind insbesondere Technologien, die eine erfolgreiche Demonstration in einer Einsatzumgebung bereits erreicht haben und sich ungefähr auf TRL 6 befinden. Ziel ist die Weiterentwicklung bis zur vorkommerziellen Marktreife auf TRL 8. Projekte auf TRL 4 oder 5 können ebenfalls berücksichtigt werden, sind im Förderaufruf jedoch nachgeordnet.
Start-ups und kleine und mittlere Unternehmen sollen besonders von dem Programm profitieren und neue Technologien in skalierbare, marktorientierte Produkte überführen.
Deadline
Projektskizzen können ab sofort bis zum 11. Oktober 2026 eingereicht werden. Der frühestmögliche Projektstart ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen.
Für KI-Unternehmen und Forschungspartner ist der Aufruf insbesondere dann relevant, wenn bereits entwickelte Technologien den Schritt vom Demonstrator hin zu einem marktfähigen Produkt machen sollen. Neben der technologischen Entwicklung verlangt das Programm dabei eine klare Produkt-, Nutzer- und Marktorientierung sowie die Auseinandersetzung mit digitalen Abhängigkeiten und Souveränitätskriterien.