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Die Arbeitsgruppe „InExEn – Interventional and Experimental Endoscopy“ am Uniklinikum Würzburg (UKW) entwickelt innovative Technologien für die Gastroenterologie von morgen. Im Fokus stehen Künstliche Intelligenz, virtuelle Realität und digitale Trainingsmethoden, die Diagnostik, Therapie und medizinische Ausbildung verbessern sollen.
Unter der Leitung von Prof. Alexander Hann arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Medizin, Informatik, Ingenieurwissenschaften und Game Development an neuen Ansätzen für die Endoskopie. Ziel ist es, moderne Technologien direkt in die klinische Praxis zu integrieren.
Verschiedene Forschungsprojekte
Ein aktueller Forschungsschwerpunkt ist die KI-gestützte Erkennung sogenannter Angiodysplasien – Gefäßfehlbildungen im Darm, die Blutungen verursachen können. Gemeinsam entwickeln die Forschenden ein System aus Computer Vision und Large Language Models (LLMs), das Bild- und Befunddaten automatisch abgleicht. Erkennt die KI eine Auffälligkeit im Bildmaterial, die im Arztbericht fehlt, weist das System darauf hin. Die Technologie wurde bereits mit Daten aus mehreren Kliniken getestet und könnte künftig helfen, Diagnosen vollständiger und präziser zu dokumentieren.
Darüber hinaus arbeitet die Forschungsgruppe an virtuellen Trainingssystemen für endoskopische Eingriffe. Mithilfe von VR-Brillen und echten Endoskopen können Medizinstudierende und Fachpersonal Untersuchungen und Eingriffe realitätsnah simulieren. Ziel ist es, Tiermodelle langfristig zu ersetzen und gleichzeitig die Qualität der Ausbildung zu verbessern.
Ein weiteres Projekt namens „SiMucosa“ nutzt KI, um Silikonmodelle realistischer wirken zu lassen. Die Technologie simuliert auf künstlichen Trainingsmodellen echte Schleimhautstrukturen und sorgt so für eine authentischere Lernumgebung.
Die Projekte zeigen, wie KI, Simulation und Gamification zunehmend Einzug in die Medizin halten und das Potenzial haben, Diagnostik, Ausbildung und Patientenversorgung nachhaltig zu verändern.