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Alte Schreibmaschine, Dokumente und Telefon mit Wählscheibe

Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-generierten Bildern und Videos wächst auch die Gefahr gezielter Geschichtsfälschung. Besonders betroffen sind historische Aufnahmen und Holocaust-Dokumente, die zunehmend als Grundlage für täuschend echte Deepfakes missbraucht werden. Ein Team von Studierenden der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) will dem nun mit einer neuen technologischen Lösung begegnen.

Die Initiative „Global Authentic Memory Initiative“ (GAMI) entwickelt ein System, das die Authentizität digitalisierter historischer Dokumente langfristig absichern soll. Ziel ist es, Archive, Gedenkstätten und Dokumentationszentren dabei zu unterstützen, ihre digitalen Bestände vor Manipulation und späterer Diskreditierung zu schützen.

Im Zentrum stehen drei öffentlich überprüfbare Eigenschaften: die Integrität, die Existenz und die institutionelle Herkunft digitaler Dateien. Dafür erzeugt GAMI kryptografische Fingerabdrücke sogenannter Hashwerte, die Veränderungen an Dateien sofort erkennbar machen. Zusätzlich werden diese Nachweise in der Bitcoin-Blockchain verankert, wodurch sich belegen lässt, dass ein Dokument bereits existierte, bevor moderne KI-Deepfakes technisch möglich waren.

Ein weiterer Bestandteil ist die kryptografische Signatur durch die jeweilige Institution. Dadurch kann unabhängig überprüft werden, aus welchem Archiv oder welcher Gedenkstätte eine Datei stammt – ohne dass eine zentrale Kontrollinstanz erforderlich ist.

System von LMU-Studierenden ins Leben gerufen

Die Initiative wurde Ende 2025 von den LMU-Studierenden Pablo Toussaint, Florimon Poisson und Rosa Bauer gegründet. Hintergrund ist die Sorge, dass künftig selbst authentische historische Aufnahmen als angebliche KI-Fälschungen diskreditiert werden könnten. Besonders im Kontext der Holocaust-Erinnerung sehen die Initiatorinnen und Initiatoren dringenden Handlungsbedarf.

Bereits jetzt arbeitet GAMI an Kooperationen mit Institutionen wie dem Bundesarchiv, dem NS-Dokumentationszentrum München sowie KZ-Gedenkstätten und internationalen Partnern wie Yad Vashem in Jerusalem. Unterstützt wird das Projekt zudem von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der LMU, TUM und Princeton University.

Die Initiative zeigt exemplarisch, wie technologische Innovationen eingesetzt werden können, um digitale Erinnerungskultur und historische Wahrheit im Zeitalter generativer KI langfristig zu schützen.