:quality(85))
Mit Künstlicher Intelligenz einen virtuellen Menschen erschaffen – dieses ambitionierte Ziel verfolgt Prof. Dr. Fabian Theis gemeinsam mit einem Team von mehr als 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Helmholtz Munich. Durch digitale Modelle menschlicher Zellen, Organe und biologischer Prozesse sollen künftig Krankheiten besser verstanden, Therapien personalisiert und neue Medikamente schneller entwickelt werden.
Als Leiter des Computational Health Center von Helmholtz Munich arbeitet Theis an der Schnittstelle von KI, Biologie und Medizin. Ein zentraler Baustein ist die Beteiligung am internationalen Projekt Human Cell Atlas, das sämtliche Zelltypen des menschlichen Körpers kartiert. Das Forschungsteam hat bereits einen umfassenden Einzelzell-Atlas der menschlichen Lunge erstellt und nutzt KI, um das Verhalten von Zellen in digitalen Modellen zu simulieren.
KI für die Medizin der Zukunft
Ziel ist es, biologische Prozesse nicht nur zu beschreiben, sondern vorherzusagen. Mithilfe datengetriebener Modelle können Forschende Hypothesen virtuell testen und Erkenntnisse aus Experimenten direkt wieder in die KI-Systeme zurückführen. So entsteht ein kontinuierlicher Lernprozess zwischen Simulation und biologischer Forschung.
Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit engagiert sich Theis als Vorsitzender des Bayerischen KI-Rats und unterstützt die Initiative BAIOSPHERE, die das bayerische KI-Ökosystem vernetzen und Forschung, Talente, Start-ups sowie Investitionen im Bereich Künstliche Intelligenz zusammenführen soll.
Die Forschung verdeutlicht das enorme Potenzial von KI für die Gesundheitswissenschaften. Mit der Kombination aus biologischen Daten, modernen KI-Verfahren und Hochleistungsrechnern könnten künftig digitale Modelle entstehen, die medizinische Forschung und Versorgung grundlegend verändern.