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Satellit mit Blick auf die Erde

Ein Forschungsteam der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) entwickelt mit dem Projekt NOVA (FPGA-basierte resiliente Erdbeobachtung und Aufklärung) ein KI-System, das Satellitenbilder künftig bereits im Orbit analysieren soll. Ziel ist es, nur noch relevante Informationen zur Erde zu übertragen und so die begrenzten Kommunikationskapazitäten von Satelliten effizienter zu nutzen.

KI entscheidet, welche Daten übertragen werden

Statt sämtliche Bilddaten an Bodenstationen zu senden, wertet das System die Aufnahmen direkt an Bord des Satelliten aus. Die integrierte Künstliche Intelligenz erkennt beispielsweise Waldbrände, Schiffe oder andere relevante Objekte und überträgt lediglich wichtige Informationen wie Koordinaten oder ausgewählte Bildausschnitte. Dadurch sollen kritische Ereignisse deutlich schneller erkannt und Funkverbindungen entlastet werden.

Anpassungsfähige KI für wechselnde Missionen

Ein zentrales Merkmal des Projekts ist die flexible Anpassung der KI während des Satelliteneinsatzes. Die Bildverarbeitung basiert auf einem Field-Programmable Gate Array (FPGA) – einem programmierbaren Spezialchip, der sich auch im Orbit neu konfigurieren lässt. So können KI-Modelle und Bildanalyseverfahren während der Mission an neue Aufgaben angepasst werden, etwa für Umweltmonitoring, Katastrophenschutz oder wissenschaftliche Erdbeobachtung.

Einsatz in Umwelt- und Sicherheitsanwendungen

Den für die Bildverarbeitung zuständigen Nutzlastcomputer entwickelt das Münchner Raumfahrtunternehmen Engineering Minds Munich. Gemeinsam wollen die Projektpartner eine leistungsfähige und energieeffiziente Plattform schaffen, die Satelliten künftig flexibler und autonomer macht. Potenzielle Einsatzgebiete reichen von der Früherkennung von Waldbränden über Umwelt- und Klimamonitoring bis hin zur Aufklärung in Krisensituationen.

Das Projekt NOVA wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert.