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Pressekonferenz Bavarian Health Cloud
Copyright: Axel König

Bayern schlägt ein neues Kapitel in der Spitzenmedizin auf: Mit dem Start der „Bavarian Health Cloud“ (BHC) schafft der Freistaat eine zentrale Forschungsdatenplattform, die das Potenzial hat, die medizinische Versorgung und Forschung zu revolutionieren. Das von Wissenschaftsminister Markus Blume und Gesundheitsministerin Judith Gerlach initiierte Projekt soll den Schatz an Gesundheitsdaten heben, um Krankheiten effektiver zu bekämpfen und neue Therapien zu entwickeln. Dafür sind Investitionen von rund 25 Millionen Euro geplant.

Ein Quantensprung für Forschung und Versorgung

Die Vision hinter der BHC ist es, Milliarden von Gesundheitsdaten – wie Diagnosen, Laborwerte oder Medikationspläne – strukturiert und sicher für Forschung und Industrie verfügbar zu machen. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie entscheidend das Lernen aus Daten ist, um Menschenleben zu retten und Krankheiten präventiv zu bekämpfen.

Durch die Auswertung dieser riesigen Datenmengen mittels Künstlicher Intelligenz (KI) sollen Wissenschaftler, Ärzte und Unternehmen in die Lage versetzt werden, personalisierte Behandlungen zu entwickeln. Insbesondere bei komplexen Krankheitsbildern oder seltenen Erkrankungen verspricht dieser Ansatz einen Quantensprung, da Therapien präzise auf einzelne Patientinnen und Patienten zugeschnitten werden können.

Datensicherheit und Vertrauen an oberster Stelle

Dem kritischen Thema Datenschutz wird höchste Priorität eingeräumt. Der Betrieb der Plattform erfolgt durch eine eigens gegründete, zu 100 % staatliche Bavarian Health Cloud GmbH. Dies garantiert die volle Kontrolle des Freistaats.

Bayerische Blaupause mit europäischem Potenzial

In der ersten Phase wird die BHC mit den Daten der sechs bayerischen Universitätsklinika befüllt, die jährlich etwa 2,3 Millionen Menschen behandeln. Sukzessive sollen dann weitere Akteure wie Plankrankenhäuser und später auch Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen in den bayerischen Gesundheitsdatenraum eingebunden werden.

Die Arbeit an der Plattform soll noch in diesem Jahr aufgenommen werden, eine erste funktionsfähige Version ist bis Ende 2026 geplant. Mit diesem Vorstoß positioniert sich Bayern als Vorreiter in Deutschland. Die „Bavarian Health Cloud“ hat das Potenzial, eine Blaupause für die Nutzung von Gesundheitsdaten im Rahmen des entstehenden Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) zu werden und ist ein wichtiger Meilenstein der bayerischen Highmed Agenda.